Literaturtipp: Alltag und Fachlichkeit in stationären Erziehungshilfen Werdegang und die Ergebnisse eines Projekts zur Qualitätsentwicklung

Literaturtipp: Alltag und Fachlichkeit in stationären Erziehungshilfen von Matthias Schwabe und Karlheinz Thimm. Eine klare Empfehlung.

Das Buch wirft drei große Themen auf. Erstens wird die Methode einer mehrtägigen Visitation in der stationären Erziehungshilfe vorgestellt, von den Erkundungserfahrungen vor Ort berichtet und die Eignung dieses neuen Ansatzes zur Qualitätsentwicklung bewertet. Zweitens entsteht anhand von durchgeführten Beobachtungen, Befragungen und Dokumentenanalysen ein ausführliches Bild von Heimerziehung in 13 Einrichtungen (drei mit freiheitsentziehenden Maßnahmen) und 31 Gruppen. Alltag und Programmatik werden dabei einander gegenübergestellt. Drittens fragen wir, ob und wie man pädagogische Qualität in stationären Hilfen verstehen, erfassen und entwickeln kann und vergleichen vier Modelle.

Dieses Buch stellt den Werdegang und die Ergebnisse eines Projekts zur Qualitätsentwicklung im Bereich der stationären Erziehungshilfen dar: “Wir planten jeweils zu zweit für vier Tage in stationäre Einrichtungen zu gehen, um dort viele Stunden teilnehmende Beobachtungen im Alltag zu machen, Befragungen von Kinder und Jugendlichen, Mitarbeiter_innen und Eltern durchzuführen und Schriftstücke zu analysieren (Akten; Konzeptionen etc.). Danach wollten wir einen Bericht mit positivem und kritischem Feedback und Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Qualität schreiben und diesen mit den Mitarbeiter_innen vor Ort diskutieren. Dieses Format nannten wir – in Anlehnung an die Visite – eine Visitation. Dafür gründeten wir die Qualitätsagentur Heimerziehung in Trägerschaft des Instituts für Innovation und Beratung e.V. an der Evangelischen Hochschule Berlin. Diese Gründung ist eine mittelbare Folge der Tätigkeit der „Unabhängigen Kommission zur Untersuchung der Einrichtungen der Haasenburg GmbH“ im Land Brandenburg (vgl. Ministerium für Bildung, Jugend und Sport 2013), der die Leiter der Qualitätsagentur Martin Hoffmann und Karlheinz Thimm angehörten. Dabei wurden einige Elemente des Visitationsansatzes angewendet. Mit der Qualitätsagentur wurden allerdings auch Ideen aufgegriffen, die im Land Brandenburg und insbesondere im Ministerium für Bildung, Jugend und Sport schon vor zwanzig Jahren in Verbindung mit der Umsetzung des § 78a ff. SGB VIII geäußert worden waren. Schließlich wurde die Methode der Teilnehmenden Beobachtung stark genutzt, die insbesondere Mathias Schwabe in anderen Forschungskontexten trainiert und zu einer gewissen Meisterschaft entwickelt hat (vgl. Müller/Schwabe 2009; Schwabe/Stallmann/Vust 2013a). Im Jahr 2014 wurde der Grundansatz der Qualitätsagentur entwickelt und in Fachzusammenhängen diskutiert. Es sollte weniger um eine angeordnete Prüfung als vielmehr um von Einrichtungsseite her freiwillig beauftragte Explorationen gehen. 2015 konnte die Finanzierung für eine 30 Monate umfassende Modellphase erwirkt werden. Nach einer dreimonatigen Vorbereitung wurden ab 1.2.2016 Visitationen durchgeführt. 13 Visitationsprozesse, in deren Verlauf wir 31 stationäre Gruppen in sieben Bundesländern kennengelernt haben, bilden die Grundlage für dieses Buch.”

Hier finden Sie weitere Infos und können das Buch käuflich erwerben*.

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Bildquellen

  • baby-623417_640: Pixaybay